Tücken und Chancen der Stadt­planung – Dr. Michael Denkel im Gespräch

15.01.2019

Im Interview mit dem SWR2 erklärt Dr. Michael Denkel, Prokurist und Gesell­schafter bei AS+P, warum Funktionsmischung bei der Planung eines neuen Stadtquartiers ratsam ist und welche langfristigen Stadtkonzepte für eine Gesell­schaft tragbar sind, die sich immer schneller wandelt.

Zukunftsszenarien in der Gegenwart planen: Bedenkt man, dass es manchmal Jahre oder gar Jahrzehnte braucht, bis Masterpläne umgesetzt werden, so lässt sich leicht nachvollziehen, warum Stadtplaner in ihren Konzepten behutsam und mit Augenmaß Rahmen definieren müssen. Diese müssen sowohl langfristig stabil sein als auch große Spielräume aufweisen, um auch nach deren Umsetzung unvorhergesehenen Tendenzen entgegensteuern zu können.

Denn, so Dr. Denkel im Interview, „auch Zukunftsprognosen, die bei der Planung berücksichtigt werden, stellen sich manchmal als unzutreffend heraus, da sich unsere heutige Gesell­schaft im stetigen Wandel befindet. So werden zum Bei­spiel aktuell Stadtquartiere fertig gebaut, die zu einer Zeit geplant wurden, in der es noch gar keine Smartphones gab“. Somit konnten auch jene Ideen, die im Zuge der Digitalisierung entstanden und heute den Grundstein für so genannte „Smart Cities“ legen, nicht berücksichtigt werden.

Wie mit Blick auf die Stadt der Zukunft dennoch langfristige Konzepte umgesetzt werden können, das erläutert Dr. Denkel am Bei­spiel von Badya City in Kairo, Ägypten:

Die ganzheitliche Stadt wurde als Ort geplant, an dem sowohl gearbeitet als auch gewohnt und gelebt werden kann, um zu vermeiden, dass zu bestimmten Zeiten ganze Plätze verwaist sind. Zudem ermöglicht eine Mischfunktion des Stadtteils auch kurze Mobilitätswege und eine effiziente Infrastruktur – sprich: Die Menschen können ihre täglichen Besorgungen zu Fuß oder mit dem Fahrrad erledigen, was darüber hinaus wichtige Ressourcen wie Energie schont und für ein belebtes Stadtbild sorgt.

 

Radio-Interview vom 13. Februar 2019 im SWR2 Sonntagsfeuilleton

Moderation: Jörg Biesler, Moderator des Kulturmagazins „SWR2 Matinee“ - das große Feuilleton im Kulturradio

Gesprächsdauer: ca. 12 Minuten

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