BIM –
Das ideale Werkzeug für die Gesamtplanung

Bei einem integralen Planungsansatz, wie ihn AS+P seit Jahren verfolgt, dient die Ar­chi­tek­tur als zentrales Motivations- und Identifikationselement für alle Disziplinen.

In den zurückliegenden Jahrzehnten ist diese zentrale Rolle durch eine Zerstückelung in eine Vielzahl von Planungsdisziplinen und Sonderfachleuten stark in den Hintergrund getreten. Daraus entstanden sind bedauerliche Phänomene wie die Scheu vor Verantwortung, das beschränkte Denken maximal bis zur jeweiligen Gewerke-Schnittstelle und ein ausgeprägter Mangel an Identifikation mit dem Projekt als Ganzem. Im Ergebnis entstanden nicht selten Planungen, deren gewerkeübergreifendes Konfliktpotenzial erst im Zuge der Ausführung meist schmerzhaft sichtbar wurde. Ein für die gesamte Planung aussagefähiger Ansprechpartner wurde von Bauherrenseite vielerorts zu Recht vermisst. AS+P versteht sich schon immer in diesem Sinne als gesamt-verantwortlich.

Die integrale Planungsmethode mit digitalen Gebäudemodellen (BIM) bietet die Chance, den Architekten aus der Fachdisziplin Objektplanung wieder in den Mittelpunkt der Gesamtplanung zu rücken. Damit wird sowohl dem Planungsteam das dringend benötigte Rückgrat als auch der Auftrag­geberseite der ganzheitlich sprachfähige Ansprechpartner zurückgegeben. Die dafür erforderliche Betrachtungsweise über alle Gewerke hinweg ist der Planung mit Gebäudemodellen immanent.

Sie hilft entscheidend, potenzielle Konflikte frühzeitig zu identifizieren und noch vor Ausschreibung und Ausführung einer qualifizierten Lösung zuzuführen. Ein zusätzlicher Mehrwert entsteht durch die dreidimensionale Veranschaulichung des Gesamtwerks. Dies ist ein nicht zu unterschätzender Faktor für die Motivation des Projektteams zur gemeinsamen Zielerreichung. So lässt sich frühzeitig das Werk visualisieren, das die Beteiligten gemeinsam erreichen und errichten wollen. Regelmäßige, gemeinsame Abstimmungsrunden mithilfe des Koordinationsmodells unter Einbeziehung aller Fachdisziplinen fördern zudem ein besseres Verständnis der jeweiligen Planungspartner untereinander und erleichtern die Kommunikation.

Durch die weitreichende Analogie einer „BIM-Planung“ mit einem traditionellen Planungsprozess ist entgegen der landläufigen Meinung damit keine Verwässerung von Planungs- und Haftungsschnittstellen verbunden. Es bleibt auch mit der BIM-Methode dabei, dass jede Disziplin für ihr Tun und Handeln verantwortlich und demnach auch haftbar ist. Dies spiegelt sich auch in der Bearbeitung der jeweiligen Fachmodelle auf der Ebene der einzelnen Planungsdisziplin wider.


Herleitung und Einordnung von BIM

Die Lieferung eines konsistenten, widerspruchsfreien Ganzen

Der grundsätzliche Anspruch von AS+P besteht seit jeher darin, in der Summe der Plan- und Textunterlagen ein möglichst konsistentes, widerspruchsfreies Ganzes zu liefern. Vor diesem Hintergrund beschäftigte sich AS+P bereits seit dem Jahr 2000 mit der Verknüpfung von alphanumerischen und geometrischen Daten.

Aus zweidimensionalen CAD-Daten wurden mit bidirektional angebundenen Datenbanken beispielsweise die Flächen- und Kostenberechnungen sowie Tür- und Oberflächenlisten abgeleitet. Die Zielsetzung war die größtmögliche Konsistenz und Aktualität der Daten sowie die Vermeidung von Redundanzen und potenziellen Widersprüchen.


BIM in der Anwendung

Kommunikation und Kooperation

Wir leben in einer Zeit des Teilens von Daten und Ereignissen. Die heutigen digitalen Hilfsmittel helfen uns wie selbstverständlich in unserer täglichen Kommunikation und Abstimmung. Umso unverständlicher erscheint daher die zu beobachtende Verweigerungshaltung in Teilen der Bauwirtschaft.

Jedes Hochbauprojekt ist die interdisziplinäre Arbeit eines Teams, das projektspezifisch zusammengestellt wurde. Umso wichtiger sind hierbei weiche Faktoren wie die Identifikation aller Beteiligten mit den Projektzielen und dem Werkerfolg sowie eine klare Kommunikation und sauber formulierte Erwartungshaltungen.


Gegenwart und Zukunft digitaler Gebäudemodelle

BIM – kein Allheilmittel, aber ein Modell mit großer Zukunft

Die durch einzelne Unternehmen propagierte Vision des simultanen Arbeitens aller Planungsbeteiligten an einem gemeinsamen Modell, das auf einer in einer Cloud vorgehaltenen Infrastruktur basiert, macht aus Sicht von AS+P derzeit keinen Sinn, weil sie einem geregelten und strukturierten Planungsablauf widerspricht. Es ist unverändert sinnvoll, dass der Architekt mit seinem Modell einen Rahmen für die Fachplaner vorgibt. Hierzu wird bei AS+P das Objektplanungsmodell zunächst mit dem Tragwerksplaner abgestimmt, um anschließend als drei-dimensionale Grundlage für die Planung der technischen Gebäudeausrüstung zu dienen.

BIM Referenzprojekte

Aktivitäten zum Thema BIM

Berichte aus der BIM-Praxis standen im Fokus des 16. buildingSMART-Anwendertags am 18. April 2018. Dirk Kahl, Gesell­schafter und Mitglied der Geschäfts­leitung bei AS+P, sprach in Nürnberg über Erkenntnisse aus mehr als zehnjähriger Erfahrung mit der integralen Planung und erläuterte, wieso BIM als das ideale Werkzeug des Gesamtplaners zweifelsfrei in Deutschland eingesetzt werden sollte. Etwa 500 Anwender aus der gesamten Wertschöpfungskette Bau und angrenzenden Bereichen nahmen am Anwendertag teil und erhielten umfassende Einblicke in aktuelle Trends der Digitalisierung der Bau- und Immobilienwirtschaft.

Link zum Vortrag "BIM aus Sicht des Architekten"

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Foto der Veranstaltung © buildingSMART e.V./eventfotograf.in

Foto der Veranstaltung © buildingSMART e.V./eventfotograf.in

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Am 9. November 2017 fand das 1. BIM Symposium „BIM BEGINNEN“ des Bauindustrieverbands Hessen-Thüringen e.V. und der Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen unter der Schirmherrschaft des Hessischen Wirtschaftsministers Tarek Al-Wazir in Frankfurt statt. Ziel des Symposiums war die Gründung des BIM-Clusters Hessen e.V.. Der Zweck des neugegründeten Vereins ist die Förderung der Zusammenarbeit sowie die Vernetzung aller Baubeteiligter in der Wertschöpfungskette Planen, Bauen und Betreiben mittels der Etablierung effizienter Methoden durchgängiger Informationsverarbeitung. Dirk Kahl, Mitglied der Geschäfts­leitung und Partner bei AS+P, hatte auf dem Symposium zum Themenbereich „BIM in der Anwendung des Architekten“ referiert und wird mit seinem Team auch in Zukunft die AS+P Kompetenzen in den Verein einbringen.

Pressemeldung des Bauindustrieverbands Hessen-Thüringen e.V.

Link zum Vortrag „BIM in der Anwendung des Architekten“