Kommunikation und Kooperation

Wir leben in einer Zeit des Teilens von Daten und Ereignissen. Die heutigen digitalen Hilfsmittel helfen uns wie selbstverständlich in unserer täglichen Kommunikation und Abstimmung. Umso unverständlicher erscheint daher die zu beobachtende Verweigerungshaltung in Teilen der Bauwirtschaft. Jedes Hochbauprojekt ist die interdisziplinäre Arbeit eines Teams, das projektspezifisch zusammengestellt wurde. Umso wichtiger sind hierbei weiche Faktoren wie die Identifikation aller Beteiligten mit den Projektzielen und dem Werkerfolg sowie eine klare Kommunikation und sauber formulierte Erwartungshaltungen.

Das modellbasierte Arbeiten wirkt sich aus Sicht von AS+P positiv auf die Planungs- und Zusammenarbeitskultur aus. Das Verständnis der Beteiligten untereinander steigt erfahrungsgemäß, weil sowohl der Blick auf das Gesamtprojekt als auch in jede einzelne Nische jederzeit möglich ist. Der offene Zugang auf eine gemeinsame Datenbasis stärkt das gegenseitige Vertrauen und fördert einen partizipativen Teamgeist. Die Tatsache, jeden Tag das Gesamtergebnis in Modellform vor Augen geführt zu bekommen, erhöht sowohl die Identifikation als auch die Motivation aller Projektbeteiligten ungemein. Die Nutzung des digitalen Gebäudemodells erfolgt durch-gehend über alle Leistungs­phasen der Planung und bis in den Betrieb des Gebäudes hinein. Sowohl Daten als auch Erkenntnisse werden mit allen Beteiligten aus der Überzeugung heraus geteilt, dass nur auf diese Weise Fortschritt und Veränderungen stattfinden können. AS+P erbringt eine hoch spezialisierte Leistung, die auch unter Nutzung modernster digitaler Hilfsmittel grundsätzlich auf dem direkten Dialog zwischen Menschen basiert.

Schnittaxonometrie, Referenzprojekt Ministerium Riad

Interaktion und Verifikation

Echtzeitvisualisierung aus dem Revit-Modell und 360-Grad-Rendering aus der Fußgängerperspektive, Referenzprojekt Ministerium Riad

Mithilfe einer Echtzeit-Render-Engine werden bereits während der Ausarbeitung von Varianten realistische Perspektiven live aus dem Modell erzeugt. Sonnenstudien mit Innenraumanmutung können zum Bei¬spiel realitätsnah durchgeführt werden und jede Anpassung im Modell wird dabei in Echtzeit in der Render-Engine mitgeführt. Das Ergebnis ist eine der Wirklichkeit nahekommende Visualisierung der Planung in der Qualität zwischen einem Screenshot des Gebäudemodells und einem fotorealistischen Rendering. Diese Illustrationen werden von AS+P als Vorlage eingesetzt, um den Bauherren bei seiner Entscheidungsfindung zu unterstützen.

Komplexe räumliche Zusammenhänge oder großmaßstäbliche Proportionen lassen sich manchmal nur unzureichend mit zweidimensionalen Visualisierungen auf dem Bildschirm oder Papier erfassen. Dies kann sowohl für den Kunden, der im Lesen von Plänen und Konstruktionszeichnungen nicht geübt ist, aber auch für Architekten und Designer eine Heraus¬forderung sein.

Beim AS+P Projekt „Ministry of Commerce and Investment“ in Riad, Saudi-Arabien, war beispielsweise die Gestaltung des Haupteingangs, genauer die Höhe des Eingangsportals im Bezug zur Gesamtfassade, Gegenstand einer kontrovers geführten Diskussion. Während man zunächst eine klassische überhohe Eingangsgeste über drei Geschosse präferierte, sprachen konzeptionelle, aber auch konstruktive Gründe für einen Eingang in Höhe des überhöhten Sockelgeschosses. Für beide Varianten gab es sowohl gestalterische als auch konstruktive Vor- und Nachteile.

Im Zuge dieser Diskussion wurden beide Varianten im Modell ausgeplant und anhand von Perspektiven und Ansichten kontrovers diskutiert. Die Bereitstellung von 360-Grad-Stereo-Renderings aus einer Fußgängerperspektive ermöglichten eine finale Entscheidung. Hier zeigte sich sehr eindrucksvoll, dass der eingeschossige Eingang aus der Sicht eines Fußgängers als repräsentativer und angemessener proportioniert wahrgenommen wird.

360-Grad-Renderings, die mit mobilem Equipment auch bei Kundenterminen im Ausland zum Einsatz kommen, sind fester Bestandteil des AS+P Werkzeugkastens, der sowohl intern für den Designprozess, als auch extern für Entscheidungsprozesse erfolgreich herangezogen wird.

Mithilfe einer Echtzeit-Render-Engine werden bereits während der Ausarbeitung von Varianten realistische Perspektiven live aus dem Modell erzeugt.

Das Arbeiten mit VR-Anwendungen liefert in einem sehr frühen Projektstadium unmittelbare Eindrücke von Gebäuden und räumlichen Konstellationen für Architekten und auch für Bauherren.

Ein weiteres Hilfsmittel im BIM-Werkzeugkasten von AS+P sind Virtual-Reality-Anwendungen. Die Planung wird zur virtuellen Realität, nachvollziehbar, erfassbar und erlebbar. Der Kunde kann sich durch sein zukünftiges Gebäude bewegen, mit diesem interagieren und sich orientieren. BIM kann hierbei mit Emotionen angereichert sein, wie beispielsweise mit einer bekannten Geräuschkulisse und persönlichen oder firmentypischen Ausstattungen. Auch interaktive Elemente, wie eine realitätsgetreue Lichtsteuerung oder der zukünftige Ausblick aus dem Fenster und noch vieles mehr, können im digitalen Gebäudemodell enthalten sein. So kann bereits mit sehr einfachen Mitteln ein hoher Grad an Immersion erzeugt werden, der dem Kunden ein sehr um-fangreiches und intuitives Bild seines Gebäudes vermittelt.

Im einfachsten Fall bedient sich AS+P eines Laptops und einer Spielekonsole. Ein höherer Grad der Immersion wird erreicht durch den Einsatz eines mobilen Hochleistungsrechners in Verbindung mit einer Virtual-Reality-Brille. AS+P nutzt diese Technologie beispielsweise bei sensiblen Unternehmensvorgängen wie der Begleitung von Change-Management-Prozessen. Sowohl Entscheidungsgremien als auch Mitarbeiter werden auf dem Weg in ihr neues Bürogebäude begleitet und vorab umfassend informiert – „What you see is what you get“. Bereits 2015 wurden bei AS+P die ersten Konstruktionsmodelle in Gaming-Engines konvertiert, um ein interaktiv erlebbares Gebäudemodell zu ermöglichen.

Neben einer Vielzahl von Vermarktungsmöglichkeiten und größtmöglicher Transparenz für den Auftrag­geber bieten begehbare Modelle einen deutlichen Erkenntnisgewinn aus Sicht der späteren Nutzer und Betreiber.

Vor dem Hintergrund, dass AS+P die ureigentlichen Planungsprodukte mittels digitaler Gebäudemodelle erstellt, ergibt sich eine Vielzahl an möglichen, zusätzlichen und neuen Anwendungsfällen.

Der Kunde kann sich durch sein zukünftiges Gebäude bewegen, mit diesem interagieren und sich orientieren.

Simulation und Optimierung

Echtzeitvisualisierung aus dem Revit-Modell
mit realistischem Sonneneinfall
Konzernzentrale HeidelbergCement

Im Laufe eines jeden Projekts ergeben sich eine Vielzahl von Fragestellungen, zu deren Beantwortung es wiederum verschiedene Optionen gibt. Die Arbeit mit digitalen Modellen erlaubt AS+P, projektbezogene Lösungsansätze zu den verschiedenen Problemstellungen frühzeitig zu simulieren und somit eine solide Entscheidungsgrundlage zu erstellen. Dabei liegt der Fokus darauf, den Entscheidungsträgern rechtzeitig und kurzfristig die entsprechenden Grundlagen in einem transparenten, vergleichbaren sowie nachvollziehbaren Format aufzubereiten. Hierbei können Simulationen der verschiedensten Entwurfsthemen wie beispielsweise der Sonneneinstrahlung oder der internen Nutzungsverteilung, der Tragwerks- und Haustechnikplanung oder des Fassadensystems Anwendung finden. Je nach Fragestellung nutzt AS+P dabei verschiedene Simulationswerkzeuge.

Bei­spiel Solarsimulation

So kommen bei Licht- und Sonneneinfallstudien Solaranalysen zur Optimierung der Gebäudekubatur oder der Fassadenplanung zum Einsatz. Gerade bei der Entwicklung von nach­hal­ti­gen Gebäuden hat die optimale Nutzung von Tageslicht eine große Bedeutung. Diese steht manchmal jedoch im Gegensatz zu der erforderlichen Bebauungsdichte oder den städte­baulichen Rahmenbedingungen. Um auch in solchen Situationen das optimale Tageslicht anbieten zu können, verwendet AS+P bereits in der Konzeptphase Tageslichtanalysen, um die Geometrie eines Gebäudes ideal für die jeweiligen Rahmenbedingungen zu optimieren.

Dies wird durch einen iterativen Planungsprozess in Kombination mit den entsprechenden Simulationswerkzeugen ermöglicht. Hierbei durchläuft die Planung mehrere Wiederholungen mit dem Ziel, am Ende die unter Berücksichtigung aller Randbedingungen optimale Lösung herauszuarbeiten. Im Projektalltag hat sich der Nutzen solcher Simulationen als Unterstützung der verschiedenen Entscheidungsprozesse vielfach bewährt. So können Entscheidungen in einem früheren Stadium im Projektablauf getroffen werden und reduzieren so das Risiko zeitraubender Planungsrunden.

Explosionsaxonomie Referenzprojekt Luxemburg –
Modelldarstsellung der Elementfassade

Neben der Unterstützung zur Entscheidungsfindung nutzt AS+P Simulationen am digitalen Modell zur Optimierung der individuellen Entwürfe. Dabei liegt der Fokus darauf, die Projekte und deren einzelne Komponenten, wie zum Bei­spiel die Fassade, frühzeitig zu optimieren, um die jeweils geeignetste Lösung zu entwickeln.

Bei­spiel Fassadenplanung

Die Fassade stellt in den meisten Projekten eine große Position im Budget dar. Jedoch können hier, durch die Verwendung von möglichst vielen Gleichteilen, die Kosten reduziert werden. Das maßgebliche Ziel bei der Optimierung von Fassaden, insbesondere bei stark modularisierten Fassaden, ist die Verwendung von möglichst vielen Standardelementen sowie die Reduktion von Sonderbauteilen. Die Nutzung der digitalen Gebäudemodelle ermöglicht hierbei, zügig die jeweiligen Fassadenmodule zu testen und Optimierungspotenziale zu identifizieren sowie auszuschöpfen.

Neben der Unterstützung zur Entscheidungsfindung nutzt AS+P Simulationen am digitalen Modell zur Optimierung der individuellen Entwürfe.

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