Fußgängerbrücke am Mozartturm, Darmstadt, 2005

Die Mozartbrücke vereint das Darmstädter Europaviertel und das Gebiet des Technologie Zentrum Rhein-Main zu einem der größten Technologiestandorte Hessens. Der Hauptbahnhof wird angebunden ohne die historische Magistrale Rheinstraße in ihrer Wirkung zu beeinträchtigen. Aus der Blickrichtung des Autofahrers zeigt sich die Brücke ausschnittweise als silbernes Band, das scheinbar in die Wipfel hoher Bäume eingehängt über der Schneise der Rheinstrasse schwebt. Der Fußgänger erlebt die Brücke als Fläche, als eine Komposition komplex ineinander gefalteter Ebenen, die das Tragwerk von Brücke und Rampen bestimmen. Mit einer Plattenstärke von nur 40 cm und gläsernem Geländer ist die Konstruktion von größtmöglicher Filigranität und erlaubt den ungehinderten Blick entlang der historischen Stadtachse bis auf das Schloss und die Ludwigssäule. Das kontinuierliche Brückenband von knapp 200 m Länge ist einheitlich gestaltet, als eine große Klammer, welche die Quartiere verbindet. Die größte Spannweite beträgt ca. 60 m, die lichte Mindestbreite der Brücke beträgt dort wo sich Fußgänger und Radfahrer begegnen 4,0 m. In den Erschließungsrampen wurden alle 10 m Zwischenpodeste mit einer Tiefe von 1,50 m angeordnet. Das statische Grundmodul besteht aus räumlich wirkenden, biegesteifen Halbrahmen, die durch eine im Grundriss versetzte Anordnung zu einem Gesamttragwerk aus Dreigelenkrahmen verbunden werden. Es entsteht ein hybrides Tragwerk aus Fahrbahnplatten und "dynamischen" Paaren von Halbrahmen, die einander bedingen und nur im Zusammenwirken ein Gleichgewicht bilden. Die Materialisierung der Brückenkonstruktion erfolgt in Stahlbeton und Stahl.

Auftraggeber:

Stadt Darmstadt

Wettbewerb:

2. Preis